Artikel Wochenblatt 2003

Über die Bühnete Nr. 7 schrieb das Wochenblatt für das Birseck
am 20.11.2003 auf der Frontseite:
Die Kleinkunst lebt
Die Region Nordwestschweiz ist noch immer ein Zentrum der Bühnenkunst

Kleinkunst total war auch in diesem Jahr das Motto der Bühnete, welche heuer zum ersten Mal in Arlesheim durchgeführt wurde.

Von Markus Brügger

Nach sechs Ausgaben in der Trotte Münchenstein war es für die beiden Protagonisten Philipp Iberg und Bruno Brandenberger wohl ein nicht gerade leichtes Unterfangen, mit ihrer Bühnete nach Arlesheim zu dislozieren, zumal der Standortwechsel einer bis anhin erfolgreichen Produktion stets auch mit dem Risiko verbunden ist, dass das Publikum den neuen Austragungsort nicht zu akzeptieren vermag. Der Bühnete blieb indes keine andere Wahl, wird die Trotte Münchenstein doch seit diesem Jahr nicht mehr öffentlich vermietet. Allerdings, und dies ist schlussendlich das Entscheidende, das Publikum blieb der Bühnete auch bei seiner siebten Ausgabe treu. Mehr als das, platzte die Mehrzweckhalle des Domplatzschulhauses am Sonntag doch schier aus allen Nähten.

Charmante Performance
Dieser Event der Kleinkunst-Begegnung ist denn auch an Charme kaum mehr zu überbieten. Nebst bekannten Namen aus der Region, wie zum Beispiel dem sympathischen Arlesheimer MiniCirc oder den beiden Basler Powerfrauen Gina Günthard und Christina Volk, die mit einem Auszug ihres aktuellen Programms «2 Frauen bieten Meer» den Saal sehr rasch dominierten, kamen die Gäste auch in den Genuss von Künstlerinnen und Künstler jenseits der Kantonsgrenze, wie zum Beispiel der begabten Cabaretistin und Pianistin May Grüninger aus Langenthal. Mit einem starken Auftritt glänzte Marc Philippe Wisson, welcher eine köstliche Persiflage eines TV-Kochs zum Besten gab. Dass diese Nummer nicht unbedingt «spritzfrei» von der Anrichte hiernieder kam, kann man sich selbst mit wenig Fantasie wohl sehr bildlich vorstellen. Die Lacher hatte er jedenfalls gänzlich auf seiner Seite. Einen musikalisch attraktiven Beitrag leistete auch das Dornacher Trio Weliona. Das Wort Weliona stammt übrigens aus der Zigeunersprache und heisst zu deutsch Geige. Mit traditionellen, südosteuropäischen Zigeunermelodien heizten die drei Power-Frauen die Mehrzweckhalle denn auch gehörig ein.

Gratis und franko
In der heutigen Zeit fast unvorstellbar ist die Tatsache, dass die Bühnete weder Eintritt noch ein Entgeld für die Verpflegung verlangt. «Mit der freiwilligen Ausgangskollekte werden wir zwar nicht reich, doch zur Deckung der anfallenden Unkosten hat es bis heute noch immer gereicht», bekräftigte Initiant Philipp Iberg. Für den neu gegründeten Verein Bühnete Arlesheim steht der Weiterführung dieses Kulturereignisses jedenfalls nichts im Wege.